Der nächste Tag erwartet uns dann mit strahlendem Sonnenschein. Blauer Himmel soweit das Auge reicht lässt das ganze Land in hellem Glanz erstrahlen. Von einer Anhoehe beim Campingplatz koennen wir das ganze Umland überblicken.
Dreki
Die hellbeigen Bimssteinfelder erstrecken sich bis zum Horizont und werden immer wieder von tiefschwarzen Lavaströmen durchzogen. Die Bäche glitzern derart in der Sonne das man nicht lange hinschauen kann. Nun endlich zeigt sich der Herdubreid in seiner ganzen Majetätischen Pracht in der Ferne. Trotz des überwaeltigenden Anblicks brechen wir auf. Erst folgen wir der Piste wieder ein Stück zurück, dann zweigt eine andere Piste in östlicher Richtung ab. Über zwei Brücken überquert die Piste den Joekulsa a Fjoellum. Im dem östlich vom Fluss gelegenen Hochland wird die Piste schwieriger. Immer öfter führt sie durch lange Weichsandpassagen, die jedem von uns ein Höchstmass an Kraft und Konzentration abverlangen. Dann sind aber auch wieder Abschnitte zu finden die durch sanft wellige Bimssteinfelder führen. Der poroese Bimsstein schluckt alle Reflektionen der Fahrgeräusche und die Piste splittet sich hundertfach auf. Jeder sucht sich seinen eigenen Weg durch um die herumliegenden großen Lavabroken. Das Fahrgefühl ist fast wie schweben. Es ist wohl insgesammt die schönste, wenn auch anspruchsvollste Piste die wir in Island befahren haben. Dies vor allem als westlichen Horizont dann der Herdubreidvulkan zu sehen ist. Bei diesem klaren Wetter liegt er majestätisch links unseres Weges.
Herdubreid
Lange beherscht er die ganze Gegend bis die Piste sich in östlicher Richtung entfernt und uns langsam wieder in zivilisierte Gebiete führt. Mehrfach verzweigt sich nun die Piste und führt letztendlich wieder auf die Ringstrasse. Noch sind ein drei Tage Zeit bis die Fähre von Seydisfjoerdur abfahren wird. Wir quartieren uns auf dem Campingplatz in Egilsstadier ein und beschliessen uns noch ein paar ruhige Tage zu gönnen. Zuviel Ruhe hielten wir dann aber doch nicht aus, so führten uns mehrere kleine Touren in die Umgebung. Unter anderem besichtigten wir den Hengifoss, welcher der höchste Wasserfall Islands ist.
Um den richtigen Blick auf dieses Naturwunder zu bekommen muss man zwar ein gutes Stück bergauf maschieren, was in der Motorradkleidung zu Schweissausbrüchen führt, aber dafür bekommt man einen sehenswerten Ausblick auf den Wasserfall der über mehrere Saeulenbasaltschichten in die Tiefe stürzt. Die letzte Etape in Island führt uns dann ueber die geteerte Strasse von Egilsstadier nach Seydisfjoerdur, wo wir nochmals für eine Nacht die Zelte aufschlagen. Wir sind noch relativ früh auf dem Campingplatz und können uns den Platz aussuchen, doch schnell schon füllt er sich und schon bald ist er für die eine Nacht in der Woche übervoll. Als wir am Morgen aufwachen liegt die Fähre schon im Hafen. In der Höhe überragt sie alle Gebäude von Sedysfjoerdur. Auf dem Campingplatz bricht bald Hektik aus, doch als Motorradfahrer kann man sich Zeit lassen – man darf sowieso als erster auf die Fähre. So nehmen wir gegen Mittag Abschied von Island als das Schiff durch das Fjord steuert und zum Abschied eine grosse Dieselqualmwolke über dem Dorf stehen lässt. Nachdem wir den folgenden Abend an der Bar verbracht haben, verschlafen wir die paar Stunden Aufenthalt der Fähre in Thorhaven auf den Faroer Inseln. Nach drei Tagen erreichen wir schliesslich am Samstagabend Esbjerg . Ein ereignissreicher Urlaub geht zu Ende und mich trennen nur noch ein Tag und eine Fahrt längs durch Deutschland vom Alltag.