Von Laugarvatn geht die Fahrt weiter wiederum nach Norden. Die kürzere, westlich gelegene, der grossen Hochlandpisten ist auch besser ausgebaut als die Sprengisandurpiste. Für uns bietet sie fast ein bischen zu wenig urtümliche Natur und fahrerische Anforderungen. Dementsprechen schnell kommen wir auch voran und erreichen das eigentliche Kjoelurgebiet noch vor Mittag. Eigentlich wollten wir hier eine Nacht bleiben und in den heissen Quellen baden, aber der frühe Zeitpunkt unserer Ankunft und die wenig abwechslungsreihe Gegend sind der Grund dafür, das wir nach einer kurzen Rast aufbrechen. Auch der Rest der Kjoelurpiste sind nicht sonderlich Anspruchsvoll. Noch am frühen Nachmittag erreichen wir bei Bloenduos wieder den nördlichen Teil der Ringstrasse. Unser Zeitplan ist nun etwas durcheinandergeraten – wir haben das Hochland schneller als geplant durchquert. Nach kurzer Diskussion entschliessen wir uns, mit der gewonnenen Zeit noch die Snaefellsneshalbinsel zu erkunden. Also fahren wir erstmal ein Stück auf der Ringstrasse Richtung Westen. Doch schon bald ballen sich dunkle Wolken am Himmel zusammen und wir fahren schon bald in strömendem Regen. Kurz darauf erreichen wir Stadarskali, eine Ortschaft die wie fast alle Ortschaften in Island hauptsächlich aus Tankstelle und Cafeteria besteht. Hier gibt es aber auch noch ein Hotel. Und so verziehen wir uns ein zweitesmal auf unserer Reis vor dem Regen zurück unter ein festes Dach und beheizte Räume. Am nächsten Tag ist immer noch dichte Bewölkung am Himmel, aber es regnet nicht mehr und so brechen wir auf um die Snaefellsneshalbinsel zu erkunden. Kaum sind wir jedoch die halbe Strecke bis zum Snaefelljoekull, dem Berg und Gletscher in dem nach Jules Verne der Einstieg zum Mittelpunkt der Erde sein soll, gefahren, öffnet der Himmel erneut seine Schleussen. Regen und tiefhängende Wolken rauben uns die Sicht. Von Sykkisholmur, der Stadt der tausend Inseln, und seinem Schaerengebiet sehen wir fast nichts. Auch der Snaefellsjoekull hüllt sich in ein dichtes Wolkenkleid. Wir fahren auf der südlichen Seite der Halbinsel zurück, wo wir noch zusätzlich von starkem Wind gebeutelt werden. Am frühen Abend erreichen wir ziemlich erschöpft wieder unser Hotel in Stadarskali. Beim Abendessen in der Cafeteria des Oertchens, beobachten wir das isländische Fernsehprogramm in der Hoffnung herauszufinden wo das Wetter besser sein könnte. Tatsächlich kommen dann auch um halbneun Nachrichten. Mehr schlecht als recht bekommen wir so mit das im Nordosten durch die starken Regenfälle der Joekulsa A Foellum ueber die Ufer getreten ist und mehrere Brücken weggespült hat. Aber wir erfahren auch, daß das Wetter im Nordosten jetzt besser werden soll. Wir brechen folglich am nächsten Tag Richtung Osten auf, um dem schlechten Wetter zu entgehen. Und wie könnte es nicht anders sein fahren wir auch schon bald bei strahlendem Sonnenschein auf der Ringstrasse nach Akureyri, der viertgrössten Stadt Islands. Hier beziehen wir eine Hütte auf dem Campingplatz, der sich auf der anderen Seite des Fjords befindet an dem die Stadt liegt. Man hat so einen guten Überblick über die Stadt. Wir nutzen den Abend zum bummeln auf der kleinen Fussgängerzone der Stadt. Als wir am nächsten Tag die Halbinsel von Olafsfjoerdur befahren kommen wir erneut in starke Regenfälle. Wir haben einfach kein Glück mit Halbinseln auf dieser Tour. Zurück in Akureyri scheint wie zum Spott wieder die Sonne. Von Akureyri aus fahren wir wieder zum Myvatn, wo wir wiederum einen Tag Aufenthalt haben, bevor wir uns auf den Weg zur Askja machen. An diesem Tag machen Jupp und ich eine Wandertour auf den Hverfellvulkan. Von hier oben hat man die wirklich beste Sicht auf den Myvatn und die Pseudokrater die im See liegen. Auch das Lavafeld das vor dem Hverfell liegt ist mit seinen skurilen Felsformationen wirklich sehenwert.